• Gesundheit und körperliche Unversehrtheit sind ein hohes menschliches Gut. Der Zugang zu guter medizinischer Versorgung bleibt in Indien jedoch vielen Menschen verwehrt. Irmgard Grebe-Quast und die Ärztin Theresa Quast von der Initiative LEONIDIS waren im April 2015 vor Ort, um sich ein eigenes Bild von der Situation zu machen. Sie besuchten die Ordensschwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi in einer abgelegenen Region im Norden Indiens, die sich dort um die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung kümmern. 
  • Sr. Deepti, eine dort tätige junge Ordensschwester, berichtet über ihre Arbeit im Seva Nilaya Gesundheitszentrum in Ranchi: 

„Das Seva Nilaya Gesundheitszentrum liegt in der Region Ara Gate in der Nähe von Ranchi im Staat Jharkhand in Nordindien. Das Zentrum wurde vor 28 Jahren durch den Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi gebaut und wird seitdem durch Schwestern des Ordens geleitet. Aufgrund des hohen Bedarfs wurde das Gebäude 2008 erweitert.

Das Einzugsgebiet des Gesundheitszentrums umfasst insgesamt 20 Dörfer und es werden alle Krankheiten behandelt. Gesundheit ist ein großes Problem in den umliegenden Dörfern aufgrund der schlechten Trinkwasserversorgung und Hygiene sowie der vielen Moskitos. Die meisten Patienten leiden unter Malaria, Thyphus, Tuberkulose und Gelbsucht. Häufige Krankheitsbilder sind auch Diabetes, Bluthochdruck aber auch viele andere Erkrankungen. Frauen aus den umliegenden Dörfern kommen zudem zu gynäkologischen Untersuchungen, zur Schwangerschaftsvorsorge und auch zur Geburt ihrer Kinder zu uns Schwestern. Insgesamt werden vorrangig sehr arme Patienten behandelt, die oftmals lange Wege zu uns aufnehmen, da sie sich die Behandlung in staatlichen Krankenhäusern niemals leisten können. Selbst die zu Minimalpreisen von uns abgegebenen Medikamente können sich viele nur unter großem Aufwand leisten.

Im Seva Nilaya Gesundheitszentrum arbeiten insgesamt vier Ordensschwestern und drei weitere angestellte Frauen als Krankenschwestern. Insgesamt vier Ärzte schauen entsprechend ihrer Fachgebiete hin und wieder nach den stationär behandelten Patienten. Ein Arzt besucht das Zentrum täglich von 10 – 13 Uhr und ist auch in Notfällen vor Ort. Einen fest angestellten Arzt, der sich rund um die Uhr um die Patienten kümmern kann, gibt es jedoch nicht. Die überwiegende Zeit sind die Schwestern auf sich alleine gestellt.

 

Sr. Regina, Sr. Monica, Sr. Deepti und Sr. Zenita arbeiten im Seva Nilaya Gesundheitszentrum und sorgen sich um ihre Patienten.

Das Gesundheitszentrum kann insgesamt 25 Patienten stationär aufnehmen. Täglich kommen durchschnittlich etwa 35 - 50 Patienten zur ambulanten und 15 Patienten zur stationären Behandlung. Pro Jahr werden etwa 12600 Patienten ambulant und 6000 stationär behandelt. An diagnostischen Möglichkeiten stehen ein EKG-Gerät, ein Röntgengerät und ein Laborraum zur Verfügung, eine kleine Apotheke gehört zum Zentrum dazu. Zudem verfügt das Zentrum über einen Kreißsaal und einen eigenen Operationssaal. Die limitierten Räumlichkeiten und beschränkten Untersuchungsmöglichkeiten als auch das Fehlen eines Arztes stellen uns Ordensschwestern allerdings immer wieder vor große Schwierigkeiten.

 

Der Kreißsaal und der im Rahmen des letzten Umbaus neu gebaute Operationssaal im Seva Nilaya Gesundheitszentrum.

Tuberkulose stellt ein weit verbreitetes und weiterhin zunehmendes Problem in den Dörfern um Ara Gate dar. Wenn die Erkrankung früher diagnostiziert werden könnte, bestünden bessere Heilungschancen der Patienten. Zudem ist die langwierige Therapiedauer von 6 – 12 Monaten mit hohen Kosten für die Patienten verbunden. Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten der Familien und der großen Armut brechen viele die Therapie ab. Sie erkranken erneut und viele sterben schließlich.

Von Zeit zu Zeit organisieren wir spezielle Gesundheits-Camps, um Gesundheitsinformationen bereitzustellen und auch eine kostenlose Behandlung zu ermöglichen. Darüber hinaus unterrichten wir Familien in den umliegenden Dörfern mit Präventionsprogrammen über den Stellenwert von Sauberkeit. Wir schulen sie in entsprechenden Hygienemaßnahmen, um so Krankheiten vorzubeugen.

Primäres Ziel des Seva Nilaya Gesundheitszentrums ist es, einen Arzt in Vollzeit zu beschäftigen, um den Patienten Zugang zu qualitativ angemessener und schneller medizinischer Versorgung zu ermöglichen sowie die Patienten möglichst kostengünstig mit den zum Teil lebenswichtigen Medikamenten versorgen zu können.“

 

  • Krankheit in Indien ist verbunden mit erheblichen Einbußen bei ohnehin nur sehr geringem Monatsgehalt. Eine soziale Absicherung existiert nicht. Im Umkehrschluss bedeutet es, dass die Familien sich nicht einmal mehr die Grundnahrungsmittel leisten können und Hunger leiden müssen. Nicht selten gehen Familienväter und auch Mütter krank zur Arbeit und setzen sich damit einem erhöhten Unfallrisiko aus, da die meisten von ihnen auf Baustellen, in Steinbrüchen oder als Farmarbeiter arbeiten.
  • LEONIDIS hat sich als Ziel gesetzt, das Seva Nilaya Gesundheitszentrum in der Patientenversorgung zu unterstützen. Aufgrund der hohen Spenden der vergangenen Jahre können wir die Arbeit der Schwestern in Ranchi seit 2016 mit insgesamt 13.000 Euro unterstützen. Mit diesem Geld können in Zukunft Patienten mit dringend benötigten Medikamenten versorgt werden. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern, die diese Unterstützung möglich machen!
  • Wer in Zukunft speziell für die medizinische Grundversorgung in diesem Gesundheitszentrum spenden möchte, kann auf dem Überweisungsträger das Stichwort „Gesundheitszentrum Ranchi“ vermerken.

 

 

Spendenkonto: General der Armen Dienstmägde Jesu Christi – LEONIDIS – Pax Bank Trier, IBAN DE66 3706 0193 3012 0980 30, BIC: GENODED1PAX