November 2018

Hilfe kommt bei Flutopfern an

Kerala, August 2018. Die Monsunzeit in Indien beginnt in der Regel im Juni und dauert bis September. Der Regen ist Fluch und Segen zugleich – während er für die Landwirtschaft unverzichtbar ist, kann er  auch viel Zerstörung und Leid bringen. In diesem Jahr brachte der Monsun den Menschen die schlimmste Flut in Kerala seit mehr als 100 Jahren. Viele Flüsse traten in über die Ufer, Dämme brachen und überschwemmten zahlreiche Straßen, ließen Brücken einstürzen und sorgten für Erdrutsche. Viele Dörfer waren von der Außenwelt und damit von jeglicher Hilfe abgeschnitten. Hunderttausende Menschen waren gezwungen ihre Häuser zu verlassen. Viele von ihnen werden nie wieder in ihre Behausungen zurückkehren können. Viele haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Hunderte Menschen starben durch Ertrinken oder wurden durch Erdrutsche verschüttet.

In Anbetracht der großen Not, die die Schwestern vor Ort sahen, erreichte uns die Bitte, ob wir helfen können. Aufgrund Ihrer großartigen Spendenbereitschaft im vergangenen Jahr konnten wir spontan 15.000€ für die Flutopfer zur Verfügung zu stellen.

Nun hat uns ein Brief von Sr. Flora, der Provinzoberin der Region Südindien, erreicht:

Liebe Spender,

wir freuen uns sehr über Ihre spontane Antwort auf unsere Bitte um finanzielle Unterstützung für die Flutopferhilfe in Kerala und möchten heute darüber berichten, wofür wir Ihre Spende verwendet haben.

„Durch die schlimmen Regenfälle sind viele Dörfer völlig zerstört worden. In den entlegenen Regionen kommt die Hilfe der Regierung nicht an. Dank der Unterstützung von LEONIDIS konnten wir vielen Familien helfen. Wir haben unsere Arbeit auf die Diozöse Mananthavady in der Region Wayanad im Norden Keralas konzentriert. Dort war vorher noch keine Hilfe geleistet worden. In der Diozöse leben christliche, hinduistische und muslimische Familien miteinander. Gemeinsam mit dem Gemeindepriester und den Ortsvorstehern haben wir uns vor Ort einen Überblick verschafft, welche Hilfe am nötigsten ist. Jeder bekam, was er am dringendsten benötigte. 

Es fehlte vor allem an Nahrungsmitteln und einer Trinkwasserversorgung. Deshalb haben wir neben Nahrungsmitteln zunächst Wasserpumpen gekauft. Ferner Gasöfen, Küchenutensilien, Möbel und Decken, denn die Wassermassen hatten die Häuser überflutet und alles mitgerissen. Insgesamt konnten wir 164 Familien in ihrer Not helfen und neue Hoffnung geben.

Wir sind Ihnen von Herzen dankbar für Ihre Unterstützung!“

 

 

Oktober 2018

Großer Tag für die Dernbacher Schwestern

Ordensgründerin Katharina Kasper wird heiliggesprochen

Rom. Am 14. Oktober war es soweit: die Ordensgründerin der Armen Dienstmägde Jesu Christi aus Dernbach Katharina Kasper wurde gemeinsam mit sechs anderen Gläubigen durch Papst Franziskus heiliggesprochen. Vor 40 Jahren fand die Seligsprechnung von Katharina statt durch Papst Paul VI. - eben jenen Papst, der nun gemeinsam mit ihr heiliggesprochen wurde.

Neben zahlreichen  Ordensschwestern hatten sich auch ca. 2000 Pilger aus dem Bistum Limburg – und einige aus dem Sauerland – mit Bussen, Bahn und Flugzeugen auf den Weg nach Rom gemacht um die Heiligsprechung von Katharina Kasper mitzuerleben. Insgesamt 70.000 Menschen kamen auf dem Petersplatz zusammen und feierten den Gottesdienst mit Papst Franziskus. Stundenlang mussten alle anstehen, bis sie die Sicherheitsschleusen passieren konnten. Menschen aller Nationen standen dichtgedrängt beieinander und kamen miteinander ins Gespräch. Es herrschte eine wunderbare, freudige Stimmung und ließ alle Beteiligten spüren, was Weltkirche bedeutet.

„Es war ein sehr erhebender, aber auch sehr schlichter Gottesdienst, in dem Papst Franziskus unsere Katharina Kasper und sechs weitere Frauen und Männer heiliggesprochen hat“, sagte Georg Bätzing, der Bischof von Limburg, nach der mehr als zweistündigen Liturgie. „Das Ereignis muss jetzt erstmal sacken. Ich bin gespannt, welche Wege, die neue Heilige uns dann zeigen wird“, sagte der Bischof.

Nach dem Gottesdienst wurden auf dem Petersplatz die neuen Heiligen gefeiert.

Für alle, die dabei waren, war es ein beeindruckendes, unvergessliches Erlebnis.

Foto: LEONIDIS-Sprecherin Irmgard Grebe-Quast mit der Generaloberin der Dernbacher Schwestern Sr. Gonzalo (5.v.l.) und indischen Ordensschwestern nach der Heiligsprechung.

 

 „Katharina Kasper wurde am 26. Mai 1820 in Dernbach, einem kleinen Ort im Westerwald, geboren. Sie war das siebte Kind armer Bauersleute und kannte daher die Not der Menschen in ihrer Heimat. So wie viele andere Kinder in der damaligen Zeit konnte sie die Schule nur unregelmäßig besuchen, weil sie zum einen häufig krank war und zum anderen schon sehr früh in der Landwirtschaft mitarbeiten musste. Auffallend war ihre Frömmigkeit, ihr fester Glaube und ihre Gottesliebe. Sie fühlte sich von Gott berufen und widmete ihm ihr ganzes Leben. Aus dem Glauben heraus und aus Hingabe half sie, wo Hilfe gebraucht wurde. Ganz wichtig dabei war ihr, dass die Menschen, denen sie half, Gott und die Schönheit des Glaubens kennenlernten. Katharina hatte ursprünglich nicht im Sinn einen Orden zu gründen. Als sich ihr aber immer mehr junge Frauen anschlossen und sich auch in den Dienst Gottes und der Caritas stellten, gründete sie einen „Verein“ und gab ihm eine Regel. In dieser Regel formulierte sie ihr Ziel, das bis heute gilt: Sie wollte den Glauben ausbreiten durch Beispiel, Belehrung und Gebet. Oft war Katharina Kasper im Gespräch mit dem damaligen Bischof von Limburg, Dr. Peter Jospeh Blum. Er war es, der am 15. August 1851 aus dem „Verein“ eine Kongregation werden ließ. Katharina gab der Gemeinschaft den Namen: Arme Dienstmägde Jesu Christi. 

In den folgenden Jahren wuchs die Gemeinschaft sehr schnell. Immer mehr junge Frauen traten ein, und immer mehr Menschen und Gemeinden baten Katharina um Hilfe. So gründeten sich bald neue Niederlassungen. Neben der Pflege von alten, kranken und armen Menschen kümmerten sich die Schwerstern auch um die Erziehung von Kindern und um die Bildung von Mädchen. Sie wirkten in Kindergärten und Schulen. Als Katharina Kasper am 2. Februar 1898 in Dernbach starb, hinterließ sie ein großes Werk und eine Gemeinschaft mit mehr als 1700 Schwestern, die in fünf Ländern wirkten. Schon damals beeindruckte Katharina die Menschen ihrer Zeit mir Güte, mit ihrem Mut, ihrer Frömmigkeit und ihrem Gottvertrauen. (Pilgerbuch zur Heiligsprechung von Katharina Kasper in Rom, Bistum Limburg)

Foto: Blick über den Petersplatz in Rom.

 

September 2018

Wendener unterstützt LEONIDIS mit 25.000 Euro

Geld fließt in den Aufbau eines Internates und einer Palliativ-Station – Spender will anonym bleiben

Schönau. Kontoauszüge ausdrucken und abheften gehört in der Regel nicht zu jenen Tätigkeiten, die als besonders aufregend empfunden werden. Als aber Irmgard Grebe-Quast, Sprecherin der Schönauer Indien-Initiative LEONIDIS, dieser Tage die Auszüge mit den zuletzt eingegangenen Spenden überprüfte, da staunte sie nicht schlecht: 25.000 € waren dort verbucht worden – und zwar von einem einzelnen Spender.

In der Geschichte der Initiative ein bislang einmaliger Vorgang: „Es gab schon einmal einen wohltätigen Unternehmer, der uns 10.000 Euro überwiesen hat. Und wir haben im Wendschen auch Personen, die uns immer wieder und Jahr für Jahr mit Beträgen von bis zu 4.000 Euro unterstützen. Aber eine Einzelspende in dieser Höhe hatten wir noch nicht“, erzählt Grebe-Quast. „Erst recht nicht, ohne dass das vorher angekündigt worden wäre.“

Denn auch das ist ungewöhnlich: Die Spende erreichte LEONIDIS von einer Person, die bislang nicht zu den Unterstützern der Hilfs-Initiative zählte. Doch: „Ich war vor einiger Zeit in Indien und habe mir ein Bild davon machen können, wie bildungshungrig junge Menschen dort sind – und wie viel sich mit einer guten Schulbildung erreichen lässt. Nach meiner Rückkehr wurde ich dann auf LEONIDIS aufmerksam“, erzählt der Spender, der lange Zeit im Wendschen lebte und seiner Heimat weiterhin treu geblieben ist. „Mich hat überzeugt, dass und auch wie LEONIDIS Bildungs- und Gesundheitsprojekte unterstützt. Und das sind wahrscheinlich die beiden Bereiche, wo es in Indien den größten Bedarf gibt“, berichtet er weiter. Er ist zugleich überzeugt: „Genau so lässt sich am meisten bewirken.“

Aus diesem Grunde hat die in Schönau ansässige Indien-Initiative, die den Namen der aus dem Ort stammenden und vor neun Jahren verstorbenen Ordensschwester Leonidis trägt, die gespendeten Gelder auch gleich in zwei große Projekte weitergeleitet: Mit der einen Hälfte wird der weitere Aufbau eines Internats in Khunti unterstützt. „Daran arbeiten wir seit einigen Jahren, um vor allem Mädchen die zum Teil sehr langen und vor allem sehr gefährlichen Schulwege zu ersparen“, berichtet Grebe-Quast. Immer wieder komme es in Indien nämlich dazu, dass Mädchen entführt und vergewaltigt werden, während sie auf dem Weg zur Schule oder nach Hause seien. Mit dem Internatsbetrieb werde dem entgegengewirkt. „Dank dieser außergewöhnlichen Spende kommen wir hier nun um einiges schneller voran und können das Internat früher fertig stellen“, zeigt Grebe-Quast sich dankbar.

Und ebenso dankbar ist sie dafür, dass ein weiteres Projekt nun großzügig gefördert werden kann. Denn der katholische Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi, mit dem LEONIDIS zusammenarbeitet, betreibt seit Anfang der 70er Jahre im Südwesten Indiens das Mar Kavukatt Memorial Hospital. Weil sich die Bedingungen zunehmend verschlechtern, unter denen schwer erkrankte und alte Menschen sterben müssen, hat sich der Orden dazu entschieden, dort eine Palliativ-Station aufzubauen. Insgesamt sieben Zimmer, in denen vor allem ältere Menschen ihren Lebensabend mit medizinischer Versorgung und unter menschenwürdigen Bedingungen verbringen können, werden dort nun dank der großen Einzelspende des Wendeners gebaut und eingerichtet. „Die Ordensschwestern waren so dankbar für diese großherzige Zuwendung, dass sie ihrerseits 60% der Gesamtkosten aus eigenen Mitteln aufbringen werden“, weiß Grebe-Quast.

Der Spender wiederum, der gerne anonym bleiben und seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, zeigt sich beeindruckt, wie schnell sein Geld in Maßnahmen fließt, die auch er für sinnvoll und richtig hält. „Mich hat es überzeugt und bestätigt, dass das Geld an die richtige Organisation gegangen ist: Denn unmittelbar nach der Spende hat sich LEONIDIS mit mir in Verbindung gesetzt und gefragt, ob die angedachte Verwendung der Mittel auch in meinem Sinne ist“, berichtet er. Und ebenso erfreulich und wichtig sei für ihn, dass kein Euro für irgendwelche Verwaltungsausgaben abgezogen worden sei. Irmgard Grebe-Quast ergänzt in diesem Zusammenhang: „Brutto gleich Netto ist ein Prinzip unserer Arbeit. Jeder Euro kommt vor Ort an. Deshalb verzichten wir auf Werbung – und das, was wir an Auslagen für Porto oder Briefpapier haben, das zahlen diejenigen privat, die LEONIDIS am Laufen halten.“ Der anonyme Spender hofft deshalb, dass andere seinem Beispiel folgen. „Selbst wenn die Beträge nicht so hoch sein können: Die Summe macht es ja am Ende“, ist er überzeugt. Und damit hat er aus Sicht von LEONIDIS-Sprecherin Grebe-Quast in jedem Fall Recht. Denn: „Es sind die vielen kleinen Einzelspenden, die „Leonidis“ in den vergangenen Jahren zur der kirchlichen Hilfs-Initiative mit dem größten Spendenaufkommen im gesamten Pastoralverbund gemacht haben.“

                     

Foto: Die ersten Schülerinnen haben bereits Quartier im neu errichteten Internat in Khunti beziehen können.

 

März 2018

Rekordergebnis für LEONIDIS

Schönauer Indien-Initiative sammelte im vergangenen Jahr fast 60.000 Euro

Schönau. Die Schönauer Indien-Initiative „LEONIDIS“ kann ein weiteres Mal einen Spenden- Rekord vermelden. Im Jahr 2017 zeigten sich die Unterstützer und Förderer der vor nunmehr neun Jahren ins Leben gerufenen Hilfsorganisation geberfreundlicher als jemals zuvor – und brachten so fast 60.000 Euro zusammen. „Auf Heller und Pfennig genau sind es 59.873,20 Euro“, berichtet LEONIDIS-Sprecherin Irmgard Grebe-Quast. Damit liegt das Spendenvolumen mittlerweile um das zweieinhalbfache höher (23.492,91 in 2010) als zu der Zeit, als LEONIDIS gegründet wurde. Bereits damals – im Jahr 2010 – war die erste Bilanz überraschend positiv. Damals wies das Spendenkonto Eingänge in Höhe von etwas mehr als 23.000 Euro auf. Mittlerweile reiben sich die Frauen und Männer, die hinter dem Projekt stehen, aber fast jährlich verwundert die Augen: Die Ergebnisse des Vorjahres werden nämlich ein ums andere Mal noch übertroffen.

Größer noch als die Verwunderung ist aber die Freude. Denn die große Unterstützung, die die kleine Hilfsorganisation erfährt, ermöglicht mittlerweile die Förderung von umfangreicheren Projekten. So begann Leonidis vor einigen Jahren damit, ein Internat aufzubauen. „Die Zeitungen waren damals voll von Nachrichten über Mädchen und junge Frauen, die auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule vergewaltigt wurden. Als der Orden der Dernbacher Schwestern da an uns herantrat, ob wir sie beim Bau eines Internats unterstützen, haben wir keinen Moment gezögert“, erinnert sich Grebe-Quast. Mittlerweile gehen die Bauarbeiten zügig voran und 37 Schülerinnen haben bereits ihr Quartier in den neuen Räumlichkeiten bezogen. Und in diesem Jahr werden weitere 15 hinzukommen. „Selbstverständlich bleibt da immer noch viel zu tun – aber es ist schon ein beruhigendes Gefühl, dass diese Mädchen nun keine Sorge mehr haben müssen, dass ihnen auf dem Schulweg etwas passiert“, erzählt Leonidis-Sprecherin Grebe-Quast.

Ähnlich erfolgreich ist die Arbeit auch in anderen Bereichen der Bildungsarbeit, die Leonidis fördert. Im Jahr 2009 mit etwa 100 Kindern gestartet, die von der Indien-Hilfe das Schulgeld erstattet bekommen, sind es heute bereits 470 Jungen und Mädchen, denen die Schönauer Initiative auf diese Weise den Schulbesuch ermöglicht. Und weitere 130 Kindergartenkinder kommen dank der Hilfe aus dem Wendschen täglich in den  Genuss eines guten Essens, mit dem das Problem der Mangelernährung bekämpft werden soll.

„Wir wissen selbstverständlich, dass wir nicht die Welt aus den Angeln heben können“, meint Grebe-Quast bescheiden. Aber sie weiß eben doch: „Wenn wir mit 250 Euro einen Tuberkolose-Patienten heilen können, der sonst dem sicheren Tod entgegengesehen hätte, dann ist das ein Erfolg.“ Vor diesem Hintergrund fließen aktuell jährlich 10.000 Euro in ein Gesundheitszentrum in Ranchi. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, weiß Grebe-Quast, „aber jeder dieser Tropfen rettet Leben.“

Dank der steigenden Spendeneinnahmen und des Rekordergebnisses aus 2017 wird es in den nächsten Wochen im Übrigen ein Gespräch zwischen Leonidis und der Generaloberin der Armen Dienstmägde Jesu Christi, Sr. Gonzalo, geben. Der katholische Frauenorden ist der unmittelbare Ansprechpartner vor Ort – und die Schwestern wissen genau, wo der Schuh besonders drückt. Ziel des Gesprächs soll es deshalb sein, weitere Projekte zu identifizieren, die einmalig oder für einen kurzen Zeitraum gefördert werden können. Denn: „So dankbar wir für jeden Euro sind: Wir wollen uns nur dann langfristig an ein Projekt oder eine Maßnahme binden, wenn wir gewährleisten können, dass wir ein stabiler Partner sind“, sagt Grebe-Quast.

 

 

Foto: Einweihung des neuen Internatsgebäudes in Khunti.
 
Foto: Glückliche Gesichter bei den ersten Internatsschülerinnen in Khunti: Diese jungen Frauen müssen nun keine Sorge mehr haben, auf dem Schulweg Opfer einer Vergewaltigung zu werden.
 

 

Februar 2018

Liebe Freunde und Förderer von LEONIDIS,

wir dürfen Sie heute über ein äußerst erfreuliches Spendenergebnis für das zurückliegende Jahr 2017 informieren. Sie alle haben Ihren Beitrag geleistet zu dem Rekordergebnis von knapp 60.000€. Es ist einfach unglaublich! Und wir werden unglaublich viel Gutes mit diesem Geld bewirken können. Alle Projekte aus dem Vorjahr werden unvermindert weitergeführt. Darüber hinaus bleiben Gelder für weitere dringende Maßnahmen.

Weiterhin werden im neuen Schuljahr ca. 470 Schülerinnen und Schüler mit Ihrer Unterstützung eine gute Schulausbildung genießen. Es wäre schön, wenn Sie selbst einmal miterleben dürften, wie sehr sich die indischen Kinder und Jugendlichen darüber freuen, eine gute Schule besuchen zu dürfen. Wie diszipliniert und motiviert sie sind, welche Wege sie zum Teil sogar auf sich nehmen, um am Unterricht teilnehmen zu können.

Darüber hinaus erhalten ca. 130 Kindergartenkinder für ein weiteres Jahr täglich zusätzlich proteinhaltige Nahrung, um ihrer Mangelernährung entgegen zu wirken. Sie investieren in die Gesundheit der Kinder und nehmen vielen Müttern die Sorge, dass sie ihren Kindern nicht genug zu essen geben können.

Die Patientenversorgung im Gesundheitszentrum Ranchi können wir glücklicherweise in diesem Jahr unvermindert fortsetzen. Wenn man bedenkt, dass ca. 250€ ausreichen, um einen Tuberkulosepatienten zu heilen, der aus eigenen Mitteln nie die Behandlungskosten aufbringen könnte, dann können Sie sich darüber freuen, mit Ihren Spenden ganz real Menschenleben zu retten. Auf unserer Internetseite www.leonidis.org finden Sie Auszüge aus einem Brief von der in Ranchi tätigen Sr. Deepthi, in dem sie beeindruckend schildert, wie sie insgesamt 16 Patienten mit Ihren Spendengeldern helfen konnte. 

Berücksichtigt man die 4000€ zweckgebundene Spenden für Patenschaften dann bleiben immer noch 10.000€ übrig. Über deren Verwendung werde ich gemeinsam mit Sr. Betty, der Prokuratorin, und Sr. Gonzalo, der Generaloberin, entscheiden. Sr. Betty wird Anfang Februar nach Indien fliegen und sich vor Ort ein Bild machen, wo Handeln besonders notwendig ist. Danach werden wir eine Entscheidung treffen, über die Sie dann informiert werden.

Liebe Förderer von LEONIDIS, gerne möchten wir an dieser Stelle einige, an Sie gerichtete Dankesworte aus dem Weihnachtsbrief von Sr. Flora, der Oberin der Südprovinz St. Marien, zitieren:

„Eure Großzügigkeit bei der Verteilung Eurer Güter ermöglicht es uns, diejenigen zu unterstützen, die in schwierigen Situationen sind, die zurückgestoßen und aufgegeben werden. Wir werden in die Lage versetzt, auf diejenigen zuzugehen, die unsere Unterstützung benötigen. Durch Eure Mildtätigkeit helfen wir Ihnen nicht nur zum Überleben, sondern ermöglichen ihnen, ein Leben in Würde zu führen. ... Möge der Segen des Friedens, die Gnade der Hoffnung, der Geist der Liebe und die Kraft des Glaubens die Geschenke des Dankes für euch im Jahr 2018 sein. Unsere Herzen sind voll Dankbarkeit.“

Auch wir möchten Ihnen von Herzen danken! Für das noch junge Jahr 2018 wünsche ich Ihnen Gottes Segen für Sie, für Ihre Familien und für Ihr Schaffen!

 

Dezember 2017

Bericht aus dem Seva Nilaya Gesundheitszentrum

 

Das Seva Nilaya Gesundheitszentrum liegt in der Region Ara Gate nur 8 Kilometer entfernt von der Stadt Ranchi im Staat Jharkhand in Nordindien. Das Zentrum wurde vor etwa 35 Jahren durch den Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi gebaut und wird seitdem durch Schwestern des Ordens geleitet. Aufgrund des hohen Bedarfs wurde das Gebäude 2008 erweitert.

Das Einzugsgebiet des Gesundheitszentrums umfasst mittlerweile insgesamt 35 Dörfer und es werden alle Krankheiten behandelt. Gesundheit ist ein großes Problem in den umliegenden Dörfern aufgrund der schlechten Trinkwasserversorgung und Hygiene sowie der vielen Moskitos. Die meisten Patienten leiden unter Malaria, Thyphus, Tuberkulose, Gelbsucht und Blutarmut. Häufige Krankheitsbilder sind auch Diabetes, Bluthochdruck aber auch viele andere Erkrankungen. Frauen aus den umliegenden Dörfern kommen zudem zu gynäkologischen Untersuchungen, zur Schwangerschaftsvorsorge und auch zur Geburt ihrer Kinder zu uns Schwestern. Insgesamt werden vorrangig sehr arme Patienten behandelt, die oftmals lange Wege zu uns aufnehmen, da sie sich die Behandlung in staatlichen Krankenhäusern niemals leisten können. Selbst die zu Minimalpreisen von den Schwestern abgegebenen Medikamente können sich viele nur unter großem Aufwand leisten. Bei unserem Besuch des Seva Nilaya Gesundheitszentrum im April 2015 konnten wir uns einen Eindruck über die wichtige Arbeit der Ordensschwestern machen und haben uns entschieden, ihre Arbeit mit Ihren großzügigen Spenden zu unterstützen.

In ihrem diesjährigen Brief berichtet Sr. Deepthi von insgesamt 16 Patienten, denen die Ordensschwestern mit Ihren Spendengeldern helfen konnten. Wir möchten Ihnen einige der beeindruckenden Fälle schildern. 

 

„2016 wurde unser Zentrum erstmals durch Spendengelder von LEONIDIS unterstützt. So konnten wir vielen Menschen helfen, die ohne Ihre Unterstützung keine Chance auf eine gute medizinische Behandlung und Heilung ihrer Krankheiten gehabt hätten. Auch in diesem Jahr sind Ihnen viele Patienten dankbar für Ihre erneute großzügige Spenden. Vielen Kindern konnten wir so ihre Eltern zurückgeben, die sich nun wieder um den Lebensunterhalt der Familien kümmern und ihren Kindern das so wichtige Schulgeld als Ausweg aus dem Teufelskreis der Armut finanzieren können.

Einer von ihnen ist Kartik Ashur. Kartik ist 18 Jahre als und kommt aus Gumla. Aufgrund der sehr armen Familiensituation konnte er nur bis zu 10. Klasse zur Schule gehen. Er kam in unser Zentrum mit Appetitlosigkeit, schlimmem Husten, Fieberschüben und allgemeiner Schwäche. Unser Arzt ordnete die stationäre Aufnahme an, veranlasste weitere Untersuchungen wie Röntgenuntersuchungen und Blut-Tests. Bei Kartik wurde eine Lungentuberkulose diagnostiziert. Er blieb 10 Tage in unserem Zentrum, sein Zustand verbesserte sich durch die Einnahme von Medikamenten. Mittlerweile konnte Kartik entlassen werden. Er nimmt seine Medikamente täglich für insgesamt 9-12 Monate ein und kommt monatlich in unser Zentrum zur Kontrolle. Seine Rechnung betrug 19.000 Rupien, das sind etwa 250 Euro.

Usha Xess ist 38 Jahre alt und kommt aus Ranchi. Sie ist die Frau von Munrun Toppo, ihr Mann ist Tagelöhner. Sie haben zwei kleine Kinder. Usha litt seit einem Monat unter Fieber, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Juckreiz am gesamten Körper. Sie bekam Medikamente von einem Regierungs-Krankenhaus aber ihre Symptome wurden durch den behandelnden Arzt wohl unterschätzt. An einem schönen Morgen kam Usha mit ihrem Mann in unser Gesundheitszentrum. Ihr Gesundheitszustand war sehr schlecht. Sie litt unter vielen Symptomen wie massivem Erbrechen, Schwäche und ihr Körper war in einer sehr schlechten Verfassung. Bei ihr wurde eine Tuberkulose des Bauchraumes mit einer Hautentzündung diagnostiziert. Sie wurde stationär aufgenommen und wir kümmerten uns sehr intensiv um sie, bis sich ihr Zustand langsam verbesserte. Nach 15 Tagen konnte sie entlassen werden. Die Medikamente haben sehr gut angeschlagen und ihre Gesundheit besserte sich deutlich. Usha ist so glücklich und dankbar für die Hilfe. Sie nimmt ihre Medikamente nun täglich für 9-12 Monate ein und kommt regelmäßig zu den Kontroll-Untersuchungen. Ihre Rechnung beträgt insgesamt 22.000 Rupien, das sind ungefähr 290 Euro.

Arthi Kumari ist 21 Jahre als und kommt aus Gumla, eine 4-5 Stunden Reise von uns entfernt. Sie kommt aus einer sehr armen Familie. Ihre Eltern sind Tagelöhner und sie hat noch zwei Brüder und eine Schwester. Durch die Armut ihrer Familie und ihre Erkrankung konnte sie nur bis zu 10. Klasse zur Schule gehen. Arthi war schon zwei Jahre lang krank und bekam Medikamente von einem Krankenhaus aus ihrer Nähe aber sie wurde nicht gesund. Durch andere hörten sie von unserem Gesundheitszentrum. Als unser Arzt sie sah, wurde sie stationär aufgenommen. Es wurden Blutuntersuchungen gemacht, Röntgenuntersuchungen und Ultraschalluntersuchungen vom Bauch. Arthi war sehr schwach. Sie litt unter starker Schwäche und massivem Erbrechen, schweren Bauchschmerzen und Fieberschüben. Bei ihr wurde eine Tuberkulose des Bauchraumes diagnostiziert. Arthi bekam Medikamente und blieb 20 Tage stationär. Durch die richtige Diagnosestellung und Medikamente ging es ihr von Tag zu Tag besser und ihr Zustand verbesserte sich. Nun muss Arthi ihre Medikamente täglich für 12 Monate ohne Unterbrechung einnehmen. Dann kann sie geheilt werden. Arthi ist sehr dankbar, dass wir den Grund für ihre Krankheit finden konnten und ihre Rechnung bezahlen können. Sie kommt monatlich um die Medikamente abzuholen. Die Rechnung für Arthi beträgt insgesamt 26.000 Rupien, das sind 340 Euro.

 

Rupa Runda ist 48 Jahre alt. Sie kommt aus Khunti, das ist etwa 2 Stunden von unserem Gesundheitszentrum entfernt. Ihre Familie besteht aus einem kranken Ehemann und drei Kindern. Ihr Mann kann nicht mehr arbeiten gehen, weil er so schlimme Rückenschmerzen hat. Daher ernährt Rupa ihre Familie. Die Familie lebt davon, was Rupa von ihrem Gehalt als Tagelöhnerin verdient. Sie war ungefähr seit drei Wochen krank und ging zu einem Regierungskrankenhaus in ihrer Nähe. Die Medikamente haben ihr aber nicht geholfen. Es ging ihr immer schlechter. Weil die Familie kein Geld hat brachte man sie in unser Zentrum. Ihr Mann brachte sie in der Nacht zu uns. Es ging ihr sehr schlecht. Sie war fast kollabiert und hatte schlimme Schmerzen wie Gliederschmerzen, schwere Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen, Atemprobleme, Husten und schwerer Schwäche und Krankheitsgefühl. Als sie kam untersuchten wir ihren Blutdruck und machten andere Untersuchungen. Wir behielten sie in unserem Zentrum und gaben ihr Medikamente in der Hoffnung, dass sich ihr Zustand besserte. Ansonsten hätten wir sie in ein größeres Zentrum verlegt.

In der Zwischenzeit erhielten wir die Blutwerte. Rupa litt unter schwerer Gelbsucht, Typhus, Malaria im Gehirn und einer Harnwegsentzündung. Ihr Ultraschall zeigte eine schwere Leberentzündung. Am nächsten Morgen ging es ihr etwas besser und sie erkannte ihre Familie wieder. Als sie in unser Zentrum kam war ihr Bilirubinwert bei 35mg/dl. Viel zu hoch. Innerhalt von 24 Stunden verbesserte sich ihr Zustand. Wir waren sehr glücklich über dieses Wunder und wir können wirklich sagen, dass der allmächtige Gott ihr ein zweites Leben geschenkt hat! Nach 15 Tagen konnten wir Rupa entlassen, die Medikamente haben gut angeschlagen. Bei der Entlassung lag ihr Bilirubinwert bi 6mg/dl, wieder im Normalbereich. Rupa und ihre Familie sind sehr glücklich und dankbar, dass sie ein neues Leben geschenkt bekommen hat. Ihre Rechnung betrug 49.500 Rupien. Rupas Familie konnte nur 6500 Rupien bezahlen, Die restlichen 43.500 Rupien, also 570 Euro, wurden durch uns bezahlt.

 

Lalita ist 32 Jahre alt und die Frau von Kamal Xalxo. Sie kommen aus dem nahe gelegenen Dorf Futcal Toli. Sie hat zwei Töchter, die in die 3. und 5. Klasse gehen. Lalita und ihr Mann arbeiten als Tagelöhner und sind sehr arm. Eines Tages als sie mit ihrem Mofa nach Hause kamen hatten sie einen schweren Unfall mit einer Autoriksha. Ihr Mann wurde von Mofa geschleudert und Lalita wurde 1 Kilometer von der Riksha mitgeschleift. Beide verletzten sich schwer und brachen sich Hände und Beine. Lalita wurde schwerer verletzte. Durch einige gute Menschen wurde sie sofort ins Krankenhaus gebracht wo mehrere Operationen notwendig wurden. Ihnen wurde durch viele gute Menschen auch finanziell geholfen. Das Ganze passierte im Februar 2016. Als es ihr besser ging kam sie nach Hause mit einer Gehhilfe. Ein Jahr nach dem Unfall fiel sie von einem Stuhl und brach sich dabei ihre schon operierte Hüfte. Auch die Platte in der linken Hüfte brach durch. Sie litt unter stärksten Schmerzen. Durch ihre Familie wurde sie ins Krankenhaus zu dem Arzt gebracht, der sie früher schon operiert hatte. Der Arzt empfahl eine weitere Operation um das Problem zu lösen und gab ihr Schmerztabletten. Lalita kam aber nach Hause, weil sie viel zu arm waren, um eine erneute Operation bezahlen zu können. Eines Tages besuchte ich eine Familie in ihrem Dorf und lernte dabei auch die Familie von Lalita kennen. Sie erzählte mir ihre Geschichte. Ich redete lange mit ihnen und erklärte ihnen, dass eine Operation absolut notwendig sei, weil es viel gefährlicher sei nicht zu operieren und mit den Konsequenzen zu leben. Ich sagte ihnen, sie sollten etwas Geld sammeln und den Rest würden wir ihnen bezahlen. Wir konnten die Operation nicht in unserem Gesundheitszentrum machen, weil die Operation viel zu kompliziert war. Ihre Rechnung betrug 80.000 Rupien, 40.000 Rupien konnten wir dazu zahlen, also etwa 530 Euro. Lalita und ihre Familie sind sehr dankbar für die Hilfe des Gesundheitszentrums und auch Ihnen für Ihr großes Herz und Ihre Hilfe.

Metlda Lakra ist 60 Jahre als und die Frau von Isaac Lakra. Sie leben in Simdega. Metlda kommt aus einer sehr armen Familie. Ihr Mann leidet unter Diabetes und Bluhochdruck. Auch eins seiner Augen ist betroffen, sodass er nicht mehr arbeiten gehen kann. Ihre zwei Töchter sind verheiratet und sie haben noch einen Sohn, der schon seit seiner Kindheit unter einer schweren Epilepsie leidet. Metlda ist schon Patientin aufgrund ihres Diabetes und Buthochdrucks. Aufgrund der Armut nimmt sie die von unserem Arzt empfohlenen Medikamente aber nur sehr unregelmäßig ein. Am 30. August ging es ihr plötzlich sehr schlecht. Sie konnte sich nicht mehr bewegen und nicht mehr reden. Ihre Familie bekam panische Angst und brachte sie in ein kleines Krankenhaus, wo man eine Gehirnblutung vermutete und sie in ein größeres Krankenhaus schickte. Man brachte sie zu uns. Sie fuhren 5 Stunden mit dem Auto und Metldas Zustand wurde schlechter und schlechter. Vor einem Jahr war sie bei uns schon stationär aufgenommen worden aufgrund der viel zu hohen Blutzuckerwerte. Als Metlda bei uns ankam war sie kollabiert. Unser Arzt tat sein bestes um sie wiederzubeleben. In einer CT-Untersuchung zeigte sich eine schwere Gehirnblutung. Ihr Blutdruck und die Blutwerte waren viel zu hoch. Wir begannen mit Medikamenten und einer Physiotherapie. Nach einer Woche bei uns sahen wir nur wenige Fortschritte. Wir haben Metlda dann in ein großes Krankenhaus verlegt, wo sie besser behandelt werden konnte. Sie hatte nun auch noch Herzbeschwerden. Metlda wurde operiert und die Blutung aus ihrem Kopf entfernt. Sie war fast einen Monat lang im Krankenhaus, die Rechnung betrug 1 Lakh, also 100.000 Rupien, das sind etwa 1320 Euro. Weil wir die sehr armen und schweren Familienverhältnisse kennen, haben wir der Familie geholfen, die Rechnung zu bezahlen. Jetzt bekommt sie Physiotherapie um die Lähmung von Hand und Fuß zu verbessern. Es geht Metlda langsam besser. Sie sind sehr dankbar für unsere Hilfe und unsere Unterstützung

Im Nahmen unserer Provinzoberin Sr. Grace danken wir Ihnen erneut sehr herzlich für Ihre großzügigen Spenden, mit denen wir so vielen Menschen weiterhelfen können!

Mit herzlichen Grüßen

Sr. Deepthi"

 

Dezember 2017

Weihnachtsbrief 2017

 

„Wir können nicht die Welt verändern,

aber wir können sie für einige Menschen ein wenig besser machen.“ 

Diese Worte von Sr. Leonidis klingen nach – und sie haben bis heute Gültigkeit.

Dank Ihrer großartigen Unterstützung hat sich im Laufe des Jahres für Mädchen und Frauen, Jungen und Männer das Leben in Indien zum Guten verändert. Ihnen wurde dank Ihrer Hilfe unverhofftes Glück beschert.

So wie wie Karuna

Karuna hat in diesem Jahr an der St. Joseph`s  Highschool in Dhani ihren Schulabschluss gemacht. Inzwischen konnte sie ihre vierjährige Ausbildung zur Krankenschwester am Coithram College of Nursing in Indore beginnen - Dank der Hilfe eines Unterstützers von LEONIDIS. Und dabei waren Karunas Zukunftsaussichten eher trostlos. Ihre Eltern sind beide an Lepra erkrankt, was auch heute noch eine Ausgrenzung aus der Gesellschaft mit sich bringt. Die Familie wuchs daher in der Obhut der Dernbacher Schwestern in einem Dorf für Leprakranke auf. Wegen guter schulischer Leistungen konnte Karuna eine von den Schwestern geführte Schule besuchen. Das bedeutete, dass sie während der Schulzeit im dortigen Internat lebte.

Ihre Ferien verbrachte sie gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester im Lepradorf. Sie führte von klein auf ein Leben zwischen zwei Welten. Als sie einmal erneut die Ferien mit der Familie verbringen wollte, war ihre Schwester nicht mehr da. Die Eltern hatten sie verheiratet – gegen ein Handgeld. Und auch Karuna hatten sie bereits einem Bewerber versprochen und schon auf ihre Rückkehr gewartet. Daraufhin floh Karuna zurück zu ihrer Schule und lebte dort fortan unter dem Schutz der Schwestern. Statt eines hoffnungslosen Lebens an der Grenze zu Pakistan führen zu müssen, wird für Karuna nun ein Traum wahr: Sie macht eine Ausbildung in dem Beruf, den sie sich gewünscht hat und hat damit die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes und besseres Leben. „Ich bin glücklich, die Ausbildung beginnen zu können“, schrieb Karuna in einem Brief vom August 2017. „Ich bin allen sehr dankbar, die mir geholfen und mich unterstützt haben. ... Und ich verspreche, ich werde hart arbeiten, um eine gute Krankenschwester zu werden.“ 

Zum Glück gibt es das Seva Nilaya Gesundheitszentrum in Ranchi. Dort konnte Sr. Deepthi dank der zur Verfügung gestellten 10.000€ im Laufe des Jahres zahlreichen Patienten helfen eine Behandlung zu erfahren, die sie sich nie im Leben hätten leisten können. Unter anderem schreibt sie über Lalita, eine 32-jährige Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern.

Gemeinsam mit ihrem Mann versucht sie als Tagelöhnerin genug Geld zum Lebensunterhalt zu verdienen. Die Familie ist sehr arm. Und dann ereilte sie ein furchtbarer Unfall.  Auf dem Heimweg wurden beide Eltern von einer Autorikscha erfasst. Während der Vater zu Boden geschleudert wurde, wurde die Mutter 1 km mitgeschleift und zog sich dabei schwerste Verletzungen zu. Mit Hilfe verschiedener Menschen konnte sie mehrmals operiert werden und sich mit Gehhilfen im Haus bewegen. Nach einem Jahr brach die Platte, die ihr bei der Behandlung des gebrochenen Beins eingesetzt worden war. Lalita litt unerträgliche Schmerzen. Eine erneute Operation wäre aber nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung durch LEONIDIS. Heute kann Lalita wieder zum Lebensunterhalt beitragen. Sie und ihre Familie sind sehr glücklich und dankbar für Ihre Hilfe.

Als Glück empfinden auch ca.460 Mädchen und Jungen die Chance, eine Schule besuchen zu dürfen. 32.500 € konnten für das Schuljahr 2017/2018 nach Indien überwiesen werden. Dieser Betrag deckt das Schulgeld und die Kosten für den Schulbedarf für die Kinder, die in so ärmlichen Verhältnissen aufwachsen, dass ihre Eltern das notwendige Schulgeld gar nicht oder nur zum Teil aufbringen können.

Und Glück hatten auch die Schüler in Sebastiapuram in Tamil Nadu. Aufgrund einer neuen gesetzlichen Verordnung, durften die Schwestern nicht mehr Busse von Privateigentümern für den Transport der Schüler aus entlegenen Orten zur Schule in Anspruch nehmen. Vielen Schülern drohte deshalb ein Ende des Schulbesuchs – sei denn, die Anschaffung eines eigenen Schulbusses wäre möglich. Zum Glück konnte LEONIDIS den Kauf eines Busses mit 10.000€ unterstützen – zahlreiche Mädchen und Jungen können jetzt ihren Schulbesuch fortsetzen, einen guten Abschluss erzielen und haben damit eine Perspektive auf eine gute Zukunft. Solche Momente des Glücks können ein ganzes Leben verändern.

 

Liebe Freunde von LEONIDIS,

vor wenigen Wochen erreichte mich ein Brief von Sr. Julia, der scheidenden Prokuratorin des Ordens der Dernbacher Schwestern, mit der wir all die Jahre vertrauensvoll zusammenarbeiten durften. Sie möchte gerne ein Wort der Wertschätzung und des Dankes an Sie richten.

„Die Schwestern der Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi, zu denen Schwester Leonidis mehr als 50 Jahre gehörte, sind froh und stolz auf die Initiative, die von den Verwandten gestartet wurde, um auch in Zukunft indischen Kindern helfen zu können. Schwester Leonidis hatte ein offenes und großes Herz für die Kinder in Indien und sie hat zeitlebens sich bemüht, sie ein wenig glücklicher zu machen, ihnen eine Chance zu geben. Viele junge Menschen haben die gebotene Chance genutzt, sie nehmen heute einen guten Platz in der indischen Gesellschaft ein und tragen mit zur Entwicklung ihres Landes. Frohen Herzens erleben wir, dass die empfangene Hilfe vielfach auf fruchtbaren Boden fällt, wenn wir erfahren, dass die jungen Menschen ihrerseits anderen helfend beistehen, dass auch sie eine Zukunft haben. Die Unterstützung durch Freunde, Verwandte und Bekannte in Schönau und anderenorts wirkt wie ein kleiner Schneeball, der sich zu einer Lawine entwickelt und weitere Menschen mitreißt.

Wir sagen danke allen, die ein offenes Herz und eine offene Hand haben, und wir versprechen Ihren allen Sie in Ihren Anliegen zu unterstützen.“

Diesem Dank schließen wir uns an. Möge das Sprichwort „Glück, das man anderen bereitet, führt zum eigene Glück“ für Sie in Erfüllung gehen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Adventszeit mit vielen kleinen Glücksmomenten und eine freudenreiche Weihnachtszeit. Und wir wären sehr glücklich, wenn Sie uns weiterhin dabei helfen könnten, Menschen in Indien Glück zu schenken.

 

Mit dankbarem und herzlichem Gruß